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09.10.2018, 19:21 Uhr
Heute zum Kommentar in der Lausitzer Rundschau
Sehr geehrter Herr Schauff, ich teile ausdrücklich nicht Ihre Meinung „Bitte ohne Fusionskeule“ heute in der LR vom 9.10.2018.
Bitte keine Begründungsverbote -möchte ich kurz erwidern!

Seit 2009 bin ich der wissenschaftspolitische Sprecher und in dieser Funktion im Wissenschaftsausschuss für meine Fraktion, gleichzeitig seit 1999 an der FH Lausitz (FHL) und bis heute an der BTU als Honorarprofessor tätig.

Die höchsten Sudierendenzahlen bewegten sich einmal bei fast 12000 Studenten in Summe von FHL und BTU. Ministerin Münch und Ministerin Kunst haben gerade wegen der angeblichen Unattraktivität, Profillosigkeit, Dopplung und Nichtteilnahme an DFG-Programmen beide Einrichtungen der Lausitzer Wissenschaftslandschaft unter größtem Protest geschlossen und eine neue BTU CS errichtet. Dies war verbunden mit dem großen Versprechen der Ministerin eine Studierendenzahl von 10000 zu erreichen.
Viele der Gegner dieser „Zwangsfusion“, so auch ich, haben das Desaster der Studentenzahlen vorhergesagt. Nun brechen die Zahlen tatsächlich ein und sie lagen im abgelaufenen Semester unter der offiziell bekannten Höhe von 7600. Die von der Öffentlichkeitsarbeit und Ihnen vorgetragenen Argumente sind nicht neu und greifen somit nicht, da sie auch schon schon vor der Neuerrichtung bestanden. Oder was hat sich geändert? Argument: MINT-Hochschule - das war die FHL und die BTU vorher bereits. Argument: keine geisteswissenschaftliche Fakultät - gab es vorher auch nicht. Demografischer Wandel - unverändert, allerdings: Abwanderung war vor 10 Jahren höher.

Gerade die FH war ein echter Konkurrent zum Handwerksberuf- sie ist geschlossen worden, nun das Handwerk als Konkurrent der BTU auszumachen ist also scheinheilig.

Außerdem bin ich nicht Ihrer Auffassung, dass ein Student sich nicht so genau über das Profil oder die Struktur einer Hochschuleinrichtung informiert oder es ihm egal ist. Nein, gerade den Leistungswilligen ist das sehr wichtig!

Sehr geehrter Herr Schauff, ich hoffe, ich habe Ihnen genau dargelegt, weshalb ich nicht Ihrer Auffassung und der Auffassung der Öffentlichkeitsarbeit der BTU bin. Der Fairness halber bitte ich um Veröffentlichung meiner Position, um eine Widerspieglung der verschieden Meinungen zu ermöglichen.

Herzlichen Dank!
Mit freundlichen Grüßen.


Michael Schierack, MDL