Im Gesundheitsausschuss des Landtages Brandenburg wurde wieder über das Problem der ausstehenden Approbation junger Mediziner, die in Stettin studiert haben, intensivst diskutiert und informiert

13.02.2020

Gesundheitsministerin Ursula Nonnemacher wies am Mittwoch im Landtagsausschuss für Gesundheit und Soziales Vorwürfe zurück, dass das Land die Zulassung verhindere und Regelungen zu eng auslege, denn man bewege sich in einem automatisierten EU-Berufsanerkennungsverfahren.

Polen habe im April vergangenen Jahres zwei Zusätze in diese EU-Richtlinie aufnehmen lassen. Danach müssen Mediziner, die in Polen studiert haben, vor der Zulassung ein 13-monatiges Praktikum und eine Prüfung in polnischem Medizinrecht vorweisen. Die Nachweise müssen von den Absolventen vorgelegt werden. Polen müsste ergänzen, dass das beispielsweise nur für Studenten gelte, die als Mediziner in Polen arbeiten wollen, so die Ministerin.

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn habe sich bereits an seinen polnischen Amtskollegen gewandt. Im Rahmen seiner Polenreise hatte auch Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke, Polenbeauftragter der Bundesregierung, den polnischen Außenminister auf das Problem hingewiesen. Warschau haben bislang weder dem Außenministerium noch dem Gesundheitsministerium geantwortet.

Betroffen sind junge Leute, die in Kooperation des Asklepios-Konzerns mit der Pommerschen Medizinischen Universität in Stettin im vergangenen Jahr ihr Studium beendet haben.

Wir Abgeordneten können uns vorstellen, eine Ausnahmeregelung, wie sie in Österreich und Frankreich mit der EU-Kommission erzielt wurde, zu schaffen. Wer das Studium in den beiden Ländern abgeschlossen hat, soll in anderen EU-Ländern automatisch die Anerkennung erhalten. Dazu müsste aber auch die Republik Polen bereit sein.